Wahrscheinlich schon in mittelalterlicher Zeit wurde der Bolzberg als Steinbruch (Muschelkalkstein) genutzt. Die ehemalige Nutzung ist es, die diese Landschaftsteil interessant macht, weil dadurch seine erdgeschichtliche Entstehung sichtbar wird: Vom Kessel des Steinbruchs her kommend drängen schräg gestellte, gewaltige Muschelkalksteinplatten an die Oberfläche. An den Abbruchkanten klammern haltsuchend bizarre Hainbuchen und der Wald mit seiner interessanten Begleitflora lädt auf seinen Wegen zum Spaziergang ein.
Auch kulturhistorisch hat der Bolzberg einiges zu bieten. So erstreckt sich an seiner südlichen Hangschulter ein Hohlweg, heute ein Kulturdenkmal, dessen Entstehung im Zusammenhang mit dem Abtransport des gebrochenen Steinmaterials zu sehen ist.

In Mitteleuropa entstanden in einem flachen Meeresbecken fossilienführende, überwiegende kalkige Ablagerungen, die später verfestigt und zum Muschelkalk (im Sinne einer Gesteinseinheit) wurden. Allerdings enthalten diese Gesteine nicht nur Muscheln, sondern auch Armfüßer. In manchen Lagen sind sie sogar häufiger als die namensgebenden Muscheln. Sehr häufig sind in manchen Teilen des Muschelkalks auch Reste von Stachelhäutern, die sogar einzelnen Unterabteilungen des Muschelkalks ihren Namen gaben („Trochitenkalk“ bzw. heute Trochitenkalk-Formation, nach den Trochiten = Stielglieder von Seelilien). Die Ablagerung der Sedimente des Muschelkalks fand vor etwa 243 bis 235 Millionen Jahren (jeweils mit einer Unsicherheit von etwa 2 Millionen Jahre) statt. Dies entspricht den internationalen Stufen Anis und dem Unteren Ladin der Mittleren Trias. Die Gesteine des Muschelkalks sind in der Regel durch hellgraue bis beige Farbtöne charakterisiert.
Diese Ablagerungen sind für den mitteldeutschen Raum sehr außergewöhnlich. Sie sind häufiger in den südlichen Regionen anzutreffen.
Quelle: ChilliSchaf!
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