31246 Gadenstedt

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Das Rittergut Gadenstedt

Herrenhaus Rittergut Gadenstedt

Inmitten einer weitläufigen Parkanlage auf dem Gelände des Rittergutes Gadenstedt im Landkreis Peine wurde das Herrenhaus 1838 erbaut. Der Stammbaum der ehemaligen Besitzer, der Familie von Gadenstedt, beginnt im Jahr 1264 mit Bartoldus de Godenstede. Gadenstedt war ein Lehen des Abtes von Fulda. Die von Gadenstedts waren Ministeriale, dann Lehnsmannen. "Die Reichsabtei in Fulda, deren Mönche auch im Hildesheimischen das Christentum eingeführt hatten, stützte sich im Mittelalter auf Dienstmannen, um den weitgestreuten Grundbesitz zu halten, der bis zu den Alpen sowie die Weser abwärts und bis zum Vorharz reichte." So beschreibt Armgard Gräfin von Reden Dohna die damaligen Verhältnisse in dem Buch "Die Rittersitze des vormaligen Fürstentums Hildesheim".

In den folgenden Jahrhunderten standen die von Gadenstedts immer wieder auf der Kippe – der Fortbestand des Adelsgeschlechtes war bedroht, und auch der Besitz in Gadenstedt. So gelang es dem Rittmeister Wilhelm Burchard von Gadenstedt (1746 bis 1821) nur durch eiserne Sparsamkeit, den schon fast gänzlich verpfändeten Besitz wieder einzulösen.

Sein Sohn Wilhelm Adolf Friedrich von Gadenstedt, Spitzname "der General", setzte das Werk seines Vaters fort, als er 1820 den Besitz mit immer noch hoher Schuldenlast übernahm. "Seine älteste Schwester, eine Stiftsdame in Fischbeck, sparte ihre Präbende (Einkünfte), um ihn beim Bau einer großen Scheune zu unterstützen. Außerdem spann und webte sie Leinenwäsche um den Gutshaushalt auszustatten", schreibt Gräfin Dohna.

Der General Wilhelm von Gadenstedt war eine schillernde Persönlichkeit. Von ihm sind viele Geschichten überliefert. So soll seine Frau die eher blass geratenen Kinder kräftig mit Schminke herausgeputzt haben. Schließlich wünschte der Vater gesunden Nachwuchs zu sehen, wenn er von seinen zahlreichen Reisen nach Hause kam.

Wilhelm von Gadenstedt baute 1838 das Herrenhaus. Die rechtwinklige Anlage besteht aus dem Haupthaus – Fachwerk mit unverputzten Bruchsteingefachen – und einem Küchenhaus. Dieses wurde später noch durch einen Gang mit dem Haupthaus verbunden, damit die herübergetragenen Speisen nicht so schnell abkühlten.

"Ich habe in der Gadenstedter Kirche geheiratet und danach mit meinem Mann anderthalb Jahre im Herrenhaus gewohnt, bevor wir es verkauft haben", erzählt Edith von Gadenstedt.

Verkauft wurde der Besitz, weil ihr Mann, Bartold von Gadenstedt, das ebenfalls zum Familienbesitz gehörende Gut Volkersheim bei Bockenem von seinem älteren Bruder übernahm, der nach Kanada auswanderte.

Neuer Besitzer in Gadenstedt wurde Günther Hintze. Das Ehepaar Hintze blieb kinderlos. Nach dem Tod der Eheleute erbte ein adoptierter Neffe den Besitz.

31.07.2007 Quelle Text und Foto: Braunschweiger Zeitungsverlag


Einfahrt zum Rittergut Gadenstedt

 

Erst seitdem Glenn Hinze-Tully es 2002 geerbt hat, ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.

 

 

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Anfahrt zum Rittergut

 

 

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